Heilig Abend

Eine ganz besondere Nacht

Vielleicht ist es jetzt 2000 Jahre her,
vielleicht sind es aber auch ein paar Jahr mehr oder weniger.
Das Wann ist bei dieser Geschichte eigentlich gar nicht wichtig.
Was zählt, ist, dass es geschah.

Es war eine dunkle Nacht,
so dunkel wie viele Nächte zuvor es waren
und viele Nächte danach es sein würden.

Die Hirten hüteten auf den Feldern vor den Städten und Dörfern die Schafe.
Meist waren das gar nicht ihre Schafe.
Sie wachten für andere, denen es besser ging als ihnen.
Sie arbeiteten für einen Hungerlohn und lebten, als üble Burschen verschrien, am Rande der Gesellschaft.

War es kalt in dieser Nacht?
Vielleicht ja – vielleicht nein.
Auch ob die Hirten am Feuer saßen,
ob sie wachten oder schliefen,
ist eigentlich nicht wichtig.

Gott hatte beschlossen, dass diese Nacht einzigartig werden sollte.
Nichts würde danach so sein, wie zuvor.
Ganz klein machen wollte er sich und uns Menschen nahe kommen.
Der Himmel sollte die Erde berühren.
Und so machte er sich selbst uns zum Geschenk.
Sein Sohn wurde in dieser Nacht als Mensch geboren.
Er brachte Hoffnung, Liebe, Wärme und Vergebung in diese Welt.

Gott ließ einen hellen Stern am Firmament leuchten.
Er strahlte heller und weiter als alle anderen Sterne und erhellte diese Nacht.
So wie Gottes Liebe unser Leben hell und warm macht.

Seine Engel schickte er zu den Ärmsten der Armen,
den Hirten auf den Feldern in der Nähe von Bethlehem.
Die Kleinen und Schwachen sollten als erste von der Geburt Jesu hören,
neue Hoffnung schöpfen und seine Liebe spüren.
Und so wurde die Nacht der Hirten hell – hell um sie herum
und hell in ihrem Inneren.
Gott hatte sich ganz klein gemacht und wollte mit ihnen in Berührung kommen.

Und so waren es nicht die Mächtigen, die sich als erste zum Stall aufmachten,
nein, die, die immer die Letzten waren, würden die ersten sein.
Also zogen die Hirten los, dem Stern entgegen – nach Bethlehem.
Bis zu dem Stall über dem der Stern stand.
Sie waren am Ziel.

Ganz vorsichtig lugten sie in die Höhle hinein.
Es war dunkel hier und feucht.
In einer geschützten Ecke leuchtete ein schwaches Licht.
Sie erkannten einen Mann und eine Frau – arm wie sie selbst.
Die Frau hielt ein neugeborenes Kind in den Armen.
Vorsichtig traten sie ein,
schauten, staunten
und öffneten ihr Herz für Jesus.

Zum ersten Mal war Weihnachten.

Vielleicht waren sie andere Menschen als sie nach Hause gingen,
vielleicht auch nicht.
Eines wurde ihnen auf jeden Fall klar in dieser Nacht:

Sie waren Gott wichtig.
So wichtig wie wir alle es ihm sind.
Jesus ist wirklich zu allen Menschen gekommen.
Auch zu denen, die am Rande stehen.

Jedes Mal, wenn wir unser Herz für Jesus öffnen,
wenn wir ihn in unser Leben einladen
und ihn uns nahekommen lassen,
dann ist Weihnachten

mitten im Alltag,
mitten im Leid,
mitten in der Freude,
mitten im Leben.

Heike Nied